Mac OS auf ´nem PC… Davon gehört hatte ich natürlich schon öfter – aber so richtig damit befasst?
“Wozu? So wichtig kann dieses Betriebssystem in unserer “IT-Welt” nicht sein!”
Weit gefehlt! Der Trend zum Integrieren dieser wahrlich tollen Software in Unternehmen geht stark aufwärts – immer öfter heißt es bei unseren Kunden: “Ran an den Mac!” Im ersten Moment also eine suspekte Angelegenheit, denn Systemhäuser mögen heterogene Windows – Strukturen. Und Apple? Das ist was fürs Marketing, diese komischen Kisten!
Also: “Ran an den Mac”! Das hat sich bei mir ganz langsam eingeschlichen. Nachdem Peter mir einen ausgesonderten PowerMac G5 vermacht hat, durfte ich mal mit der Handhabung des MacOs X “Leopard” warm werden. Vor allem die Tastenkombinationen machen Anfangs zu schaffen, denn der Windows Admin BRAUCHT den Backslash! Der MAC – Admin nicht. Zu finden ist dieser übrigens mit “Shift Alt 7″. Ansonsten ist´s so wie man oft hört: intuitiv bedienbar. Allerdings nur für den “User”, also den normalen Anwender. Wenn Änderungen im System durchgeführt werden müssen, MUSS man Konsolenwissen haben! SUDO, CHMOD und so weiter – wenn hier keine Grundkenntnisse vorhanden sind: Finger weg von dem, was ich die letzten Wochen trieb:
DER HACKINTOSH!
Der Grundstein wurde bei einem Telefonat mit Benjamin gelegt. Voller Stolz verkündete er, dass er einen Lion auf normaler PC Hardware laufen hat. Erste zarte Anfragen meinerseits zu Quellen und Vorgehen wurden schnell beantwortet – und ich habe Blut geleckt. Teil 1 meiner Hackintosh – Odyssee war ein Selbstversuch auf meinem Notebook, ein LENOVO T420s mit i5-CPU, Sandybridge, Intel HD 3000 Grafik und 8 GB RAM. Diesen Versuch möchte ich lieber vergessen, denn nach zwei Wochen “Maccerei” hab ich aufgegeben! Die Grafikkarte war einfach nur mit 1024×786 zu betreiben – und bei möglichen 1600×900 macht das keinen Sinn. Hier habe ich einen sehr flüssig arbeitenden Lion 10.7.3 in VmWare installiert. Hier war für mich erstmal die Luft raus.
Cut: 4 Wochen später! Wieder einmal komme ich auf wundersame Art und Weise an einen Ausgemusterten PC. Einen Fujitsu Esprimo P2511. Schlechte Benchmarks, dann das Problem mit den Elkos (schaltet einfach ab) und hässlich noch obendrein!
Also, erstmal die Lötstation heissgemacht und die drei Elkos getauscht. Ratzi Fatzi feddich! An Hardware habe ich folgendes verwendet: einen Core2Duo E4500, 2x2GB RAM, eine nVidia NVS 300 und zwei SATA – HDDs. Wobei die Installation(en) nur mit einer HDD durchgeführt wurde.
Mac OS auf einem PC zum laufen zu bringen setzt den Einsatz der richtigen Hardware voraus. Es gibt verschiedene Listen im Internet, wie zum Beispiel die CustoMac – Datenbank von TonyMacx86.com. Natürlich befindet sich mein Exemplar nicht in der Liste – nur einzelne Teile. Aber vor solchen Herausforderungen bin ich noch nie zurückgeschreckt. Von vornherein war allerdings folgendes klar: wenn die Leistung wegen fehlender “KEXTE” (Maccisch für Treiber) nicht ausreicht, werde ich diese Kiste nicht fertigbauen – nur damit beim Booten der Apfel zu sehen ist.
Ich habe verschiedene Varianten probiert: “iAtkos L2″ und “UniBeast” mit originalem Lion 10.7.3 aus dem Store. Da ich nicht unbedingt ein Freund von Lizenzvergehen bin habe ich mir den Lion in der AppStore als Download gekauft und die Lösung mit UniBeast favorisiert. Die iAtkos – Variante ist ziemlich “angepasst”, wobei der Lion aus dem Store nur wenige Anpassungen erfährt.
Auch wenn die “MBR – Variante” durch Modifizierungen machbar ist – GUID ist wesentlich flexibler und sollte auf jeden Fall bevorzugt werden. Bei den ersten Versuchen gilt: “Probieren probieren probieren!”. Ich wage zu behaupten, dass es noch niemandem gelang einen Hackintosh auf einmal perfekt zu installieren. Gerade die Auswahl und Nutzung von Kernel – Flags ist ein Buch mit sieben Siegeln. Hier hilft dann oft google (mit den richtigen Suchbefehlen) oder die Website www.osx86.net. Sehr hilfreich ist auch das “basteln” eines USB – Boot – Mediums, denn beim 10ten Versuch, den Lion von CD zu installieren bekommt man schon alleine von dem Lesegeräusch des Laufwerks Aggressions – Gelüste! Vom Zeitaufwand ganz zu schweigen! Auch an den Anblick des “Kernel-Panic” – Bildschirms (Maccisch für BlueScreen) sollte man sich gewöhnen. Ich denke, dass 50x gesehen bei mir noch nicht die wahre Zahl sind! Aber man wächst daraus und lernt unheimlich viel über das System “Mac Os X”.
Ich habe also aus dem “hässlichen” Esprimo-Entchen einen “EspriMac” gemacht. Tadellos gute Performance – abgesehen von der OnBoard NIC, denn hier kommen nicht mehr als 100MBit – mit meiner Overland – Storage macht da Kopiererei keinen Spaß. Also hab ich kurzerhand eine 1TB – HDD als DATEN – Store verbaut (mit sagenhaften 6GB/Sek!!)
Ganz besonders “glücklich” macht mich die Tatsache, dass die iCloud richtig funktioniert. Wenn man in den Hackintosh – Foren unterwegs ist liest man oft, dass genau diese oftmals keine Verbindung aufbauen kann. Naja, wenigstens ETWAS einfaches. Nachdem auch das sichergestellt war: hurtig in die AppStore und iPhoto kaufen! Denn nur wegen dem Fotostream mag ich die iCloud! Mit dem iPhone und aktiviertem Fotostream unterwegs Bilder machen und sofort ist auf allen meinen Macs eine Kopie davon. Meine eigentlichen Vorbehalte gegen die “Cloud” blenden wir mal aus, das gehört hier nicht her
Auch die von mir so hochgepriesene Informationssicherheit lassen wir beim betrachten der folgenden Bilder einfach mal kurz außer Acht, denn was ist schlimmer als das iPhone zu verlieren?!
Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden, für den “Daddel – Einsatz” zuhause ist das mehr als geeignet! Für den Einsatz im Unternehmen ist das NIX, denn zum einen verstößt man gegen Apple´s Policies, des weiteren kann man nie Laufsicherheit gewährleisten. Da sollte man die paar Kröten in die Hand nehmen und in Apple Hardware investieren, das lohnt sich! Tja, da wird mein Chef wohl demnächst einen Beschaffungsantrag vorliegen haben
Eine genaue Anleitung werde ich aus diversen Gründen nicht veröffentlichen – ihr könnt gerne gezielt auf mich zukommen, dann helf ich wo ich kann!
Bis demnächst – euer “Macfizierte” Jan …









